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Kolpingsfamilie besichtigt Weseker Bockwindmühle

Die Kolpingsfamilie Weseke hatte am 13.06.2015 zur Besichtigung der Weseker Mühle eingeladen.

Der Vorsitzende des Mühlenvereins Christian Rottstegge hat zuerst die Entstehung der verschiedenen Arten von Mühlen erklärt. Zum Betreiben sei es wichtig, dass die Mühle richtig in den Wind gedreht wird, damit die Mechanik keinen Schaden nimmt, wenn die Böen in die mit Segeltuch bespannten Flügel pusten. „Man muss immer fünf Minuten vor dem Wetter sein“, so seine Botschaft. Weiter sei schwierig das Abbremsen der Flügel. Dafür braucht man viel, viel Fingerspitzengefühl. Einen Blick in das Innere der Bockwindmühle mit seiner Technik, überwiegend aus Holz, und natürlich auch die alten Holzverbindungen erstaunten uns sehr. Der Traum von einer Windmühle in Weseke hat sich erfüllt, das erste Mehl ist bereits gemahlen. Mehrere Mitglieder des Mühlenvereins lassen sich nun zu Windmüllern ausbilden. Unsere Bewunderung und Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit lies den Stolz im Gesicht von Christian Rottstegge erkennen. Es war eine sehr informative Führung.

Das anschließende Grillen am Heimathaus rundete den gemütlichen Nachmittag ab.

Autor: Kolpingsfamilie Weseke

“Ankommen in Deutschland” – Bericht eines Flüchtlings

Ankommen in Deutschland – zu diesem Thema hatte die Kolpingsfamilie Weseke zu einer Veranstaltung ins Pfarrheim Weseke eingeladen.

Gäste an diesem Abend waren Souleymane Tall und Uwe Esperester aus Stadtlohn.

Souleymane Tall kommt aus Guinea in Westafrika. Er musste seine Heimat verlassen, weil er dort gekämpft hatte. Nicht im Krieg, sondern bei Demonstrationen für mehr Demokratie und für bessere Perspektiven. Souleymane wohnt in Stadtlohn und fühlt sich dort wohl, weil er dort als Mensch akzeptiert wird. Aber angekommen ist er dort noch lange nicht.

Souleymane Tall berichtet in sehr gutem Deutsch von den Zuständen in seiner Heimat. „Es gibt dort keine richtige Demokratie. Sie kämpfen, um die Menschen in ethnische Gruppen zu spalten“, so Tall. So haben die Gegner weniger Macht. In seinem Land gibt es keine Schulen und auch keine Infrastruktur. „Für diese Dinge habe ich gekämpft“.

Gekämpft hat er nicht nur für sein Land, sondern auch für seine Frau und seine zweijährige Tochter, die er in Guinea zurück lassen musste. Seine Familie wurde verhaftet; um sie zu befreien, musste Tall ins Gefängnis. Er wurde geschlagen und gefoltert. Noch heute leidet er unter körperlichen und seelischen Folgen.

Geld hat er keines mehr. Im Gefängnis musste er Unterlagen unterschreiben, die er nicht lesen durfte. Danach war sein Guthaben auf seinem Bankkonto weg. Geld, welches er als selbstständiger Bekleidungskaufmann gespart und erwirtschaftet hatte.

Über Senegal kam er nach Europa, und über Dortmund nach Stadtlohn. Die deutsche Sprache hat Tall in Stadtlohn in mehreren Deutschkursen gelernt. Über diesen Weg hat er auch Uwe Esperester, den er liebevoll „Mister Uwe“ nennt, kennengelernt. Uwe Esperester ist Betreuer und mittlerweile auch sein Freund.

Souleymane Tall will in Deutschland seine Chance nutzen. Er will gern arbeiten und auch die Sprache weiter lernen. Zwar dürfe er schon arbeiten, aber die Arbeitgeber hätten sehr viel Papierkram zu erledigen, bevor sie einen Asylbewerber einstellen. Das schreckt ab. Doch Souleymane Tall gibt nicht auf. Er würde gerne studieren und weiter für sein Land und seine Familie kämpfen. Für bessere Bedingungen und bessere Perspektiven.

Autor: Kolpingsfamilie Weseke