DEK – Was ist das?

Ein Dorfentwicklungskonzept stellt im Ergebnis eine umfassende ganzheitliche Zukunftsaussicht für einen Ort dar. Diese Möglichkeit der informellen Planung wird vor allem in ländlich geprägten Räumen als Steuerungsinstrument für zukünftige Entwicklungen gewählt. Ziel ist es, die gewachsenen Strukturen und charakteristische Eigenarten eines Ortes oder Dorfes langfristig zu erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung anzustreben. Hierfür zeigen Dorfentwicklungskonzepte mögliche Ziele und Projekte auf. Dabei ist das erarbeitete Konzept keine statische Momentaufnahme, sondern kann seine langfristige Wirkung nur durch Fortschreibungen und Anpassungen an sich zukünftig verändernde Rahmenbedingungen entfalten.
Das Dorfentwicklungskonzept muss als Vorarbeit eines mehrjährigen Gesamtprozesses betrachtet werden. Im Zeitraum etwa eines Jahres entsteht das theoretische Fundament als Konzeptbericht, danach beginnt die Umsetzungsphase der bis dahin erarbeiteten Projekte. Projektansätze, die ihren Weg in den Bericht gefunden haben, die aber über ein erstes Ideenstadium bis zur Berichtfertigstellung möglicherweise nicht hinaus gekommen sind, werden in der (meist mehrjährigen) Folgezeit zur Umsetzungsreife gebracht. Durch Fortschreibung kommen zudem im Laufe des Prozesses neue und notwendige Projektansätze hinzu, deren Ausarbeitung und Umsetzung ebenfalls in diese Folgezeit fällt. Ein stimmiges Gesamtbild und eine schlüssige Zielerreichung, die auf den Grundlagen des vorliegenden Konzeptes aufbaut, sollten bis zum Ende des Perspektivzeitraums, also im Jahr 2030, erreicht worden sein.
Auch wenn die Konzepterstellung von Seiten der Bezirksregierung unterstützt wird, handelt es sich um kein formal-rechtliches Planungsinstrument. Dorfentwicklungskonzepte tragen jedoch wichtige strategische Inhalte zur Flächennutzungsplanung und zur abgestimmten Entwicklung der Stadt Borken bei, zu der das Dorf entlang seines Potenzials einen wichtigen Beitrag leistet.
Mit der Erstellung eines Dorfentwicklungskonzeptes bietet sich die Möglichkeit zur fachübergreifenden, individuell auf das Dorf bezogenen Betrachtung aller relevanten Aufgabenfelder. Die Grundlagenermittlung entlang der Themenfelder Demographie, Siedlungsentwicklung, Wirtschaftsentwicklung, Land- und Forstwirtschaft, Verkehr, Tourismus, Freizeit, Kultur, Ortsgestalt/Ortsbild sowie Umwelt und Natur stellt einen ersten Schritt bei der Konzeptentwicklung dar. Die dort gesammelten Erkenntnisse werden in eine Stärken-Schwächen-Analyse überführt, welche die Ausgangsbasis für die thematischen Workshops und/oder Arbeitskreissitzungen zur Projektentwicklung sowie für die Entwicklung der Gesamtstrategie bildet.
Wesentliches Element der Dorfentwicklung ist der integrierte und partizipative Ansatz. Ziel des informellen Konzeptes ist es, Leitbilder, Strategien und Handlungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung der Ortslagen in der Zukunft zu formulieren. Dabei sind die lokalen Akteure unverzicht­bar: Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort einerseits, von Politik, Verwaltung und öffentlichen Interessenträgern andererseits ist ein wichtiger Schritt hin zu einer Verantwortungsgemeinschaft. Nur so kann den Herausforderungen an die künftige Dorfentwicklung begegnet werden.
Quelle: planinvent – Büro für räumliche Planung

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